PAN-Verfahren

Oft verläuft unser Denken entlang alltäglicher Sprachgewohnheiten. Bei schwierigen Problemstellungen hilft das nicht weiter. Das Denken endet in der Sackgasse unserer Begriffsfelder.
Future Artefacts geht davon aus, dass alle Lösungen bereits als Muster in der Welt  vorhanden sind. Doch wie kann man diese Muster erkennen und auf die eigenen Problemstellungen übertragen?
Die Kreativitätsforschung weiß es schon lange: Wir müssen uns vom eigentlichen Fragenbereich wegbewegen und in der Ferne suchen.

Vorläufer des PAN-Verfahrens
In den 40er Jahren entwickelte der Amerikaner W. J. J. Gordon auf der Grundlage intensiver Studien über Denk- und Problemlösungsprozesse eine eigene Methode der Ideenfindung. Es geht dabei um die Verfremdung eines Problems und die Bildung von Analogien. Technische Probleme werden zum Beispiel mit Vorbildern aus der Natur in Verbindung gebracht. Man denke an die Entwicklung des Fallschirms und den Samenflug der Pusteblume, an die Radar-Technik und die Orientierungsweisen der Fledermäuse oder die Hubschrauberrotation und deren „Vorbild“: den Flug vieler Insekten.
Synektik gilt als die derzeit effektivste Kreativitätstechnik. Sie und die Bionik, die sich ausschließlich auf die Natur als Analogiefeld konzentriert, werden seit Jahrzehnten sehr erfolgreich angewandt. In deutschsprachigen Ländern finden diese Methoden bisher erstaunlicher Weise wenig Resonanz.

Emotionale Intelligenz und Kreativitätsmethoden
Spätestens seit der Einführung des Begriffs der emotionalen Intelligenz durch John D. Mayer und Peter Salovey um 1990 wird dem (mit-)fühlenden Verstand bezüglich der Bewertung kognitiver Prozesse mehr Beachtung geschenkt. Im Rahmen kreativer Denkschulen sind diese Erkenntnisse aber bisher kaum berücksichtigt.

Das PAN-Verfahren
Das poetische Analogie-Verfahren (PAN-Verfahren) von Future Artefacts ist der erste Ansatz, der diesen Aspekt hinreichend würdigt. Die Methode wurde von einem Berliner Künstlerkollektiv entwickelt. Die klassische Analogiebildung findet hier eine Ergänzung durch die Methode poetischer Beschreibungen. Kognitives Denken und emotionale Intelligenz fließen dabei  gleichermaßen in den kreativen Findungsprozess ein. Das Einfühlen während der Analogiebildung kann dabei in Form von First-Person-Descriptions (Gordon, 1961) – Beschreibungen in der Ich-Perspektive – zu wesentlichen Erkenntnissen führen und zu einem umfassenden Verstehen führen.
Durch diese Poetisierung des eigenen Sprachgebrauchs im PAN-Verfahren entsteht eine entscheidende Erweiterung: Sie führt dazu, dass nicht nur logische Aspekte berücksichtigt werden. Vielmehr gelangt man durch die Emotionalisierung eines Themas zu ganzheitlicheren Sichtweisen.

Ablauf des PAN-Verfahrens
Schritt 1: Beschreibung der Problemstellung
Schritt 2: Finden schneller Lösungen
Schritt 3: Reformulierung der Problemstellung aufgrund der gefundenen Antworten
Schritt 4: Suche nach geeigneten Analogons in Natur, Technik oder Kunst
Schritt 5: Künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Analogon
Schritt 6: Poetische Beschreibungen,performative Auseinandersetzung
Schritt 7: Genaue Beschreibung und Visualiserung der im Analogon implizierten Lösungsstrategie
Schritt 8: Anwendung der Erkenntnisse auf die eigentliche Problemstellung
Schritt 9: Shufflen: Verschiedene gefundene Elemente werden miteinander kombiniert
Schritt 10: Überprüfung der gefundene Lösungsansätze mit den in Schritt 2 gefundenen Antworten
Schritt 11: Auswahl innovativer Ansätze und Ausarbeitung von Lösungsstrategien

Advertisements

Gästebuch

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s